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Nachwuchsjournalisten schlossen KMA-Ausbildung erfolgreich ab

17.06.2026

Sieben Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten erhielten am Dienstagabend in Wien ihre Zertifikate. An der Veranstaltung nahmen auch zahlreiche Verbandsmitglieder teil.

 

Nachwuchsjournalisten schlossen KMA-Ausbildung erfolgreich ab

 

Die Katholische Medien Akademie (KMA) hat am Dienstagabend in Wien sieben Nachwuchsjournalistinnen und -journalisten Zertifikate über den erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung verliehen. Nach drei Semestern konnten die Teilnehmenden des Kurses "Journalismus als Beruf" (Jahrgang 24/25) studienbegleitend ihre Ausbildung bei renommierten Referentinnen und Referenten aus der österreichischen Medienlandschaft abschließen. Darunter APA-Chefredakteurin Maria Scholl, Andreas Pfeifer, Leiter des ORF-Büros in Berlin, sowie Antonia Gössinger, Ombudsfrau des österreichischen Presserats.

 

An der Veranstaltung im Wiener Club Stephansplatz 4 nahmen auch zahlreiche Verbandsmitglieder teil - darunter die Vorsitzende, Sophie Lauringer, Kathpress-Chefredakteur Paul Wuthe, Roman Gerner (Geschäftsführer und Herausgeber "Der Sonntag", radio klassik Stephansdom), "Missio"-Pressesprecher Michael Lastric, sowie die Journalistinnen Jutta Steiner, Judith Winkler-Ebner und der Wiener Pressefotograf Stephan Schönlaub. KMA-Generalsekretär Simon Varga ist ebenfalls Verbandsmitglied bzw. Vorstandsmitglied.

 

Erinnerung an verstorbenen journalistischen Leiter Klein

 

Die KMA habe das Ziel, mit ihren Angeboten fundierte, kritische und wertvolle Medienarbeit zu fördern, begrüßte KMA-Präsident Hubert Philipp Weber die Gäste. "Für die Entwicklung unserer Gesellschaft ist gutes journalistisches Handwerkszeug unverzichtbar", so der Theologe. Das werde von der österreichischen Bischofskonferenz und der Katholischen Kirche unterstützt, die die Ausbildungsstätte finanzieren. Bei der Ankündigung der Festrednerin Barbara Krenn - Leiterin der ORF-Hauptabteilung "Religion und Ethik - multimedial" - erinnerte Weber auch an deren Vorgänger im ORF und journalistischen Leiter der KMA, Gerhard Klein, der Anfang des Jahres verstorben ist. Er werde für seinen besonderen "Spirit" sehr vermisst. Musikalisch begleitet wurde der Abend vom Chor "Agua Vocals" unter der Leitung von Bettina Steinbauer.

 

Sich heute für den Beruf Journalismus zu entscheiden, sei mutig und herausfordernd, denn dieser stehe unter großem Druck - wirtschaftlich, technologisch und durch die wachsende Flut an Desinformation, sagte die Religionsjournalistin Krenn. "Kaum ein anderer Beruf wird so häufig kritisiert und zugleich so dringend gebraucht wie der von Journalistinnen und Journalisten". Das habe einen einfachen Grund: "Journalismus arbeitet - wenn man so möchte - am Nervensystem einer Demokratie. Er verbindet Informationen mit Öffentlichkeit, Öffentlichkeit mit Meinungsbildung und Meinungsbildung mit politischem Handeln."

 

Krenn: "Kompass der Orientierung"

 

Der Journalismus stecke zwar in einer Krise, habe aber Zukunft, verwies Krenn auf technische Erneuerungen. KI könne Texte schreiben und Bilder erzeugen, "aber sie kann keine Verantwortung übernehmen und keine demokratische Öffentlichkeit gestalten". Dafür brauche es Menschen mit Neugier, Mut, Integrität und Urteilsfähigkeit, die hinausgehen und zuhören, die Macht kontrollieren und unbequeme Fragen stellen.

 

Krenn stellte dem journalistischen Nachwuchs fünf Orientierungsbilder für ihre Arbeit vor: den Kompass der Orientierung, die Brücke der Verständigung, die Taschenlampe der Relevanz, die Waage der Verantwortung und das Prisma der Vielperspektivität. In einer Welt, in der es Informationen in Überfülle gebe, brauche es einen Journalismus als Kompass, der Fakten einordnet und Orientierung schafft. Zugleich müsse er als Brücke in einer pluralen Gesellschaft dienen, in der Menschen in sehr unterschiedlichen Wirklichkeiten leben. "Brücken haben eine bemerkenswerte Eigenschaft. Sie beseitigen Unterschiede nicht, sondern sie verbinden das Getrennte und sie machen Begegnung möglich", hob Krenn hervor. Das sei in einer demokratischen Gesellschaft wichtiger denn je, denn Polarisierung beginne oft dort, wo das Verständnis für den anderen ende.

 

"Ambiguitätstoleranz" und Haltung

 

Eine Gesellschaft brauche Journalistinnen und Journalisten, die nicht nur fragen: "Was erzeugt Klicks?" Sondern: "Was verdient Aufmerksamkeit? Was ist wichtig, bedeutsam und relevant?" Wie eine Taschenlampe solle der Journalismus Wesentliches beleuchten, Machtmissbrauch oder soziale Ungleichheit sichtbar machen und zugleich einen Lichtstrahl dorthin lenken, wo etwas gelingt und sich Lösungen auftun. Die Waage solle an die zentrale Tugend der "intellektuellen Redlichkeit" erinnern. Journalismus brauche Haltung, dürfe aber niemals Gesinnungsjournalismus werden. "Haltung bedeutet Treue zu Prinzipien. Gesinnung bedeutet Treue zu einer Gruppe." Die Haltung des Journalismus bestehe in seiner "Verpflichtung auf Wahrheit, Fairness, Menschenwürde, Freiheit und demokratische Öffentlichkeit".

 

Die vielleicht wichtigste Fähigkeit für heutige Journalistinnen und Journalisten drücke sich im Bild des Prismas aus. Die Fähigkeit der "Ambiguitätstoleranz", also die Fähigkeit, Mehrdeutigkeit auszuhalten, mit Widersprüchen zu leben, sei in pluralistischen Gesellschaften unverzichtbar. Es gelte, der Versuchung zu widerstehen, jede Geschichte in Helden und Bösewichte aufzuteilen. Aber auch die Ambiguitätstoleranz habe Grenzen: "Sie endet dort, wo Tatsachen geleugnet werden, wo Menschenwürde verletzt wird, wo die Freiheit des anderen eingeschränkt wird, wo Gewalt legitimiert wird", so Krenn.

 

Ausbildung seit 1978

 

Die Katholische Medien Akademie hat sich seit ihren Anfängen im Jahr 1978 zu einer anerkannten Journalistenausbildungsstätte im Print-, Radio-, TV- und Onlinebereich etabliert. KMA-Präsident ist der Theologe Hubert Philipp Weber, Protektor der KMA ist der Medienbischof und Salzburger Erzbischof Franz Lackner. Generalsekretär der Ausbildungsstätte ist der Philosoph und Soziologe Simon Varga.

 

Website der KMA

 

Quelle: Kathpress

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