Trauer um Wolfgang Linhart

Nachruf aus "Der Sonntag":
Wolfgang Linhart ist nach langer Krankheit am 4. Jänner 2026 gestorben. Wir sind traurig und wir erinnern uns an ihn. Hier eine Würdigung anlässlich seiner Pensionierung nach 41 (!) Dienstjahren.
Wolfgang war einer der aufmerksamsten und hilfsbereitesten Kollegen, die man sich vorstellen kann. Wenn man etwas gebraucht hat, hat er buchstäblich alles stehen und liegen gelassen, um zu helfen.
Zu kommunizieren war geradezu Teil von Wolfgangs DNA. Und es ist ein essentieller und sehr wertvoller Wesenszug in einer Redaktion. Ich denke, es ist nicht übertrieben zu sagen, dass uns allen der intensive Austausch mit ihm in Erinnerung bleiben wird, zudem die vielen – manchmal hitzigen, aber notwendigen – Diskussionen über Seitengestaltung, Themenauswahl, Abgabetermine oder Fotomotive. Er hatte als CvD (Chef vom Dienst) alles im Auge: Themen, Inserate, Fotos – aktuelle wie historische. Seitengestaltung, Seitenaufteilung. Am Liebsten auch schon Wochen im Voraus. Wenn er für ein Thema gebrannt hat, dann richtig. Wenn ihm ein Fotomotiv wichtig war, dann mit Hingabe.
Wolfgang Linhart war der lebende Wissensspeicher des SONNTAG
Und allein die Tatsache, dass er schon so lange dabei war und die Fähigkeit besitzt, sich Dinge bis ins kleinste Detail zu merken, hat ihn zu einem wertvollen „Archiv“ für uns alle gemacht. Die Beiträge in der „History“ waren für ihn noch lange keine „alten Geschichten“. Wolfgang wusste fast immer, wann was erschienen ist und auch welche Fotos dafür verwendet wurden.
Wolfgang war auch viele Jahre für die Computertechnik in der Redaktion zuständig und hat mehrere IT-Umstellungen geplant und umgesetzt. Seiner Beherztheit und Initiative ist es zu verdanken, dass der SONNTAG alle Corona-Lockdowns und Erkrankungen und Quarantänen hindurch erschienen ist. Allein im ersten Lockdown wurde die Zeitung zehn Corona-Wochen lang im Homeoffice produziert!
Wunder dauern etwas länger: Wolfgang Linhart konnte fast hexen
Als Mensch und auch als Kollege war Wolfgang aufmerksam, interessiert, aufbauend und motivierend – manchmal, aber wirklich nur manchmal und bitte das auch nicht falsch zu verstehen, denn das gehört auch ab und zu zu diesem Job dazu, fast ein bisserl lästig in seinem Hinterfragen, wann etwas fertig sein wird oder wie man plant, etwas zu gestalten.
Drei Dinge, die Wolfgang Linhart als Chef vom Dienst gelebt hat, werden uns in guter Erinnerung bleiben:
- „Das kriegen wir schon hin.“
- „Zeitung machen ist Teamwork.“
- Und (mit viel Augenzwinkern dabei!): „Unmögliches sofort, Wunder dauern etwas länger. Auf Wunsch wird gehext.“
Andrea Harringer
